...die kleine Zeitung mit der großen Wirkung!

Der „blickpunkt“ gehört zur Stadt. Auf unserer Webseite kann man alle Ausgaben seit 1969 lesen. Die Leserinnen und Leser bekommen dabei einen Einblick in die Stadtgeschichte. Es ist eine Geschichte von links, die auch für Neubürger interessant ist. Der „blickpunkt“ - die Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf - ist die außerparlamentarische Begleitung der DKP/LL Fraktion im Stadtparlament unserer Stadt. Seit über 50 Jahren kommt der „blickpunkt“ in fast jedes Haus. Wir drucken regelmäßig acht Seiten und monatlich 14.500 Exemplare. Finanziert wird die Zeitung im Wesentlichen durch unsere Mandatsträger, die ihre Sitzungsgelder dafür zur Verfügung stellen. Wir erhalten aber auch sehr oft Spenden von interessierten Leserinnen und Lesern. Diese sind notwendig und immer willkommen.

15.02.2020
Wie der Bürger mit Quark abgespeist wird
In der Kläranlage Mörfelden wurden ein Bandeindicker und eine Presse entsorgt. Diese soll durch 2 Zentrifugen ersetzt werden. In der neu eingeführten "Bürgerfragestunde" hatte ein Bürger aus Walldorf dazu eine Frage eingereicht:
"Warum eine so große Entwässerung - zwei Maschinen für 30 cbm/h Klärschlammfördermenge? In Rüsselsheim steht eine gleiche Maschine, für 98000 Einwohnerwerte."
Die Antwort von 1. Stadtrat Ziegler:
"Gemäß der aktuellen Planung sind 2 Dekanten mit einer Leistung von bis zu 25 m³ / h vorgesehen, die unter üblichen Verhältnissen mit einem Durchsatz von rund 20 m³/h betrieben werden sollen. Dabei ist davon auszugehen, dass unter diesen Verhältnissen der zu erwartende Schlammanfall im Rahmen der üblichen Betriebszeiten entwässert werden kann. Bei Störungen und/oder wartungsbedingten Außerbetriebnahmen wird der zweite Dekanter als Redundanz benötigt. Dabei ist darauf hinzuweisen, das beide Dekanter im Normalbetrieb wechselseitig betrieben werden sollen, um eine gleichmäßige Betriebsstundenanzahl der Aggregate zu gewährleisten."
Wir haben diese Antwort in paar Fachleuten vorgelegt und einhellig zur Antwort bekommen: Das ist Quark!
Der Faulturm auf der Kläranlage hat eine Kapazität von 1,500 Kubikmetern. Die Aufenthaltszeit im Faulturm sollte 24 bis 30 Tage sein (entspricht einer Beschickung von 50 bis 62,5 Kubikmeter pro Tag). Eine Zentrifuge, die 25 Kubikmeter pro Stunde bewältigt, muss nicht jeden Tag in Betrieb sein, sondern kann maximal an 3 Tagen für jeweils ca. 6 Stunden laufen. Das wären dann ca. 450 Kubikmeter Schlamm. Da die TS (Trockensubstanz) im Bereich von 2-3 g / Liter liegt, kann man sogar mit einem höheren Durchfluss rechnen. Man spart Energie, wenn die Zentrifuge nicht jeden Tag läuft. Man braucht auf keinen Fall eine zweite Zentrifuge, weil der Schlamm ganz einfach zwischengelagert werden kann, wenn die Zentrifuge einmal ausfällt oder gewartet werden muss. Und wenn man schon mit Fachleuten zusammensitzt, dann kommt beiläufig auch noch mehr heraus:
  • Der bisher eingesetzte Schlammeindicker und die Presse wurden offenbar entsorgt, obwohl es dafür einen Gebraucht-Markt gibt und zumindest eine Kläranlage in der Umgebung sie "mit Kusshand genommen hätte".
  • Die neuen Zentrifugen können vorerst nicht eingebaut werden, weil die Statik der Pressehalle dafür nicht ausreicht. Sie muss zunächst aufwendig mit einer Innenstruktur verstärkt und ausgebaut werden. Das habe man vorher nicht gewusst. Die vom Regierungspräsidium abgestempelten Pläne hätten eine ausreichende Statik ausgewiesen, nur leider sei die Halle vor 30 Jahren nicht konsequent nach diesen Plänen errichtet worden. Diese Tatsache hätte aber bekannt sein können, wenn man vor dem geplanten Maschinentausch einmal Ist- und Sollzustand verglichen hätte. Grund zu der Annahme, dass man diese Anlagenteile damals nicht ganz so gebaut hatte, wie es in den Plänen stand, war gegeben: Es gab schon einmal Probleme mit Referenz-Meßpunkten, die nicht stimmten. Eines der Klärbecken liegt aus diesem Grund etwas tiefer als das andere. Man hätte also gewarnt sein können - in der Ära Brehl wurde ja so manches Mal nach der Maxime gearbeitet: "So genau vögelt kein Eichhörnchen".
  • In der Zwischenzeit, die für die Ertüchtigung der Pressehalle notwendig ist, wird die Schlammbehandlung durch einen mobile Mietpresse vorgenommen, die nach einer Internet-Recherche um die € 800.00 pro Tag kosten dürfte.
Da kann man nur hoffen, dass die Rekonstruktion der Halle nicht so lange dauert wie der Bau des Flughafens Berlin. Aber wenn man weiss, dass dies nicht die einzige Fehlplanung war, dann erklären sich gewisse Nervositäten bei Stadtwerke-Dezernent Burkhard Ziegler und seinem Umfeld. Und vielleicht erklärt das sogar die plötzliche Kündigung des technischen Leiters der Stadtwerke. Der hat dem Vernehmen nach den vorher von Sabine Freter besetzten Stuhl geräumt, bevor er auch für ihn zum Schleudersitz zu werden drohte. Fakt jedenfalls ist und bleibt: Wir steuern auf eine Abwassergebühr von um die € 5.00 pro Kubikmeter zu (Frankfurt: € 1.45!), wenn diese Entwicklung nicht schnellstens gestoppt wird.
04.02.2020
26.01.2020
Der "gute Nachbar"
schüttet uns seinen Giftmüll vor die Tür
Die Fraport will 600 000 Kubikmeter Material, das polyfluorierte Chemikalien (PFC) enthält, auf der Gemarkung von Mörfelden-Walldorf lagern. Das sind einige zehntausend Kipper-Ladungen. Die Linksfraktion im Hessischen Landtag sagte dazu: "Die Entscheidung des Darmstädter Regierungspräsidiums, keine Umweltverträglichkeitsprüfung von Fraport zu fordern, ist nicht nachvollziehbar. Es ist bekannt, dass PFC gesundheitsschädlich sind und auf speziellen Deponien gelagert werden müssen. Es darf auf keinen Fall ins Grundwasser geraten. Hier muss sich die Landesregierung einschalten und für ein ordnungsgemäßes Genehmigungsverfahren sorgen.“
Und weiter: "Die Landesregierung ist hier aufgefordert zu handeln. Sie muss dafür sorgen, dass der Bodenaushub, der aktuell schon vorhanden ist, ordnungsgemäß entsorgt bzw. gelagert wird. Die Umweltverträglichkeitsprüfung und ein sorgsames Erörterungsverfahren sind dringend erforderlich, um nicht noch weitere Gesundheitsgefahren durch den Flughafen zu riskieren. Erstaunlich ist auch, dass plötzlich ein Bodenlager auf dem Gelände errichtet werden soll, obwohl hier eine Luftfrachtfläche im Planfeststellungsbeschluss vorgesehen ist".
Das ist parlamentarisch fein formuliert. Man kann es auch deutlicher sagen: Wenn Ihnen der Nachbar seinen Müll in den Vorgarten schüttet, oder seinen Hund vor Ihre Tür scheißen läßt, dann ist das eine Straftat. Dagegen kann man etwas unternehmen. Wenn es aber der "gute Nachbar" Fraport ist, dann sieht das schon anders aus. Der darf das. (Na ja, der durfte ja auch Bannwald fällen, und so manches andere an Recht und Gesetz vorbei hinbiegen). Vor dem Gesetz sind alle gleich, sagt man, aber die größeren sind halt immer ein bißchen gleicherer. Deshalb darf man hier nur "Einwendungen erheben".
Aber wenigstens das sollte man ausgiebig tun! Bis zum 6. Februar liegen die Unterlagen zur Einsicht in den beiden Rathäusern in Mörfelden-Walldorf aus. Oder wenn Sie grad in Frankfurt zu tun haben: Auch am Regierungspräsidiums-Standort in Frankfurt, Gutleutstraße 114. Einwendungen können bis zum 6. März direkt vor Ort erhoben werden, oder per E-Mail. Die Erörterung ist für den 29. April in Frankfurt geplant.
Denn mal los!
26.01.2020
“Defender 2020“ stoppen
Im Frühjahr 2020 wird die US-Armee ihr Großmanöver „Defender Europe 2020“ mit Unterstützung von 15 NATO-Ländern sowie zwei weiteren US-Verbündeten durchführen. Erklärtes Ziel ist dabei die Übung von Transport und Verteilung von Truppen und Waffen im großen Maßstab aus den USA nach Deutschland, Polen, Georgien, ins Baltikum und nach Finnland. Offiziell heißt es, um die „strategische Bereitschaft und Verstärkung zu testen“ – d.h. den reibungslosen Transport von Truppen und Waffen an die russische Westgrenze. Insgesamt werden 37.000 US-Soldaten teilnehmen, davon 20.000, die in den USA stationiert sind. Damit ist es das größte US-Militärmanöver in Europa seit Ende des Kalten Krieges. Getestet wird die schnelle Verlegung von Truppen und Kriegsgerät über europäische Ländergrenzen hinweg
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