...die kleine Zeitung mit der großen Wirkung!

Der „blickpunkt“ gehört zur Stadt. Auf unserer Webseite kann man alle Ausgaben seit 1969 lesen. Die Leserinnen und Leser bekommen dabei einen Einblick in die Stadtgeschichte. Es ist eine Geschichte von links, die auch für Neubürger interessant ist. Der „blickpunkt“ - die Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf - ist die außerparlamentarische Begleitung der DKP/LL Fraktion im Stadtparlament unserer Stadt. Seit über 50 Jahren kommt der „blickpunkt“ in fast jedes Haus. Wir drucken regelmäßig acht Seiten und monatlich 14.500 Exemplare. Finanziert wird die Zeitung im Wesentlichen durch unsere Mandatsträger, die ihre Sitzungsgelder dafür zur Verfügung stellen. Wir erhalten aber auch sehr oft Spenden von interessierten Leserinnen und Lesern. Diese sind notwendig und immer willkommen.

24.09.2020
Noch ein "guter Nachbar?"
Den "guten Nachbarn" Fraport kennen wir seit langem. Er hat uns quadratkilometerweise Wald vernichtet, für Lärm und Luftverschmutzung gesorgt, und es konnte in letzter Minute verhindert werden, dass er uns auch noch seinen Sondermüll vor die Haustüre schüttet. Viele Einwohner haben erstaunt bemerkt, wie sie seit der Corona-Krise, wo die "Jobmaschine" weitgehend Zwangspause hat, wieder etwas besser durchatmen können.
Brauchen wir noch so einen "guten Nachbarn"?
Wie aus Kreisen der Rathaus-Koalition verlautet, steht man schon seit geraumer Zeit in Verhandlungen mit dem Billigmarkt-Riesen ALDI. Der möchte mehrere Standorte schließen, Arbeitsplatzabbau betreiben, und seine regionalen "Logistikkapazitäten" an einem Ort konzentrieren. Dieser Ort soll - wenn man alle seine Wünsche erfüllt - das Gewerbegebiet Mörfelden-Ost sein. Dort soll, zusätzlich zum bestehenden ALDI-Lager, ein weiträumiger Komplex entstehen, dessen Herzstück ein 30 Meter hohes vollautomatisches Regallager bildet. Wie sich so etwas auf das Ortsbild auswirkt, kann jeder sehen, der nach Groß.Gerau fährt und am Ortseingang links auf das Riesentrumm des WICK-Lagers blickt.
Aber keine Angst – so schlimm soll's in Mörfelden nicht werden. Wie man aus der grünen Ecke hörte, soll das ALDI-Lager schön mit Naturholz verkleidet und von Kletterpflanzen umrankt werden. Das reinste Dornröschenschloß also.
Was allerdings nicht aus Naturholz und Efeu besteht, sind die 700 Lkw (in Worten: siebenhundert), die jeden Tag, an sieben Tagen in der Woche, das Dornröschenschloß anfahren werden. Alle 2 Minuten ein Lkw – das wird ein Spaß. Und es wird sicher nur der geringste Teil von ihnen auf leisen Sohlen elektrisch an der Autobahn-Oberleitung hierherkommen. Der Rest macht ganz normal und konventionell Lärm und riecht nach Diesel. Eine "Jobmaschine" wie der andere "gute Nachbar" ist ALDI auch nicht wirklich. Das vollautomatische Regallager braucht kaum Arbeitskräfte. Man spricht zwar von zusätzlichen Arbeitsplätzen am Standort Mörfelden-Walldorf, aber denen stehen Arbeitsplätze gegenüber, die an anderen Standorten wegfallen. Ob's mehr Gewerbesteuer für die Stadt Mörfelden-Walldorf geben wird, ist auch zweifelhaft. Für Betriebe mit mehreren Standorten gibt's da immer Möglichkeiten… Und was hält in dem Dornröschenschloß seinen hundertjährigen Schlaf? Es sind das Betriebsverfassungsgesetz und die Gesetze, die Arbeitnehmerrechte schützen sollen. Was der neue gute Nachbar für ein Verhältnis zu Gesetzen hat, und wie er mit seinen Mitarbeitern umgeht, kann man der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung und auf der homepage der Gewerkschaft ver.di nachlesen (siehe Kasten). Na denn, viel Spass allerseits mit dem neuen guten Nachbarn!
Nebenbei: Die Grünen haben dem Projekt zugestimmt.
Streit um Betriebsrat bei Aldi Süd
Aldi-Mitarbeiter wollen einen Betriebsrat gründen und sprechen von einem „Klima der Einschüchterung“. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Über 6000 Filialen weltweit. Fast 150.000 Mitarbeiter. Aldi Süd ist ein Gigant. Wer gegen diesen Giganten in den Ring steigt, begibt sich auf gefährliches Terrain."
Beitrag von Jan Jessen vom 17. April 2019 bei der WAZ online
Im Süden sorgt Aldi für betriebsratsfreie Zone
… Skandalös ist auch der Umgang mit dem Betriebsverfassungsgesetz. Im Süden sorgt Aldi mit allen Mitteln dafür, dass dieser Unternehmensteil eine betriebsratsfreie Zone bleibt. Bis auf eine bekannte Ausnahme ist dies bis heute gelungen: Im Rhein-Main-Gebiet gibt es seit September 2011 einen Betriebsrat, der allerdings aus drei Filialleitern besteht. Eine Kassiererin und ihre zwei Kollegen, die ursprünglich die Initiative für eine betriebliche Interessenvertretung ergriffen hatten, waren durch auffällig viele Testkäufe, konstruierte Beschuldigungen und Abmahnungen unter Druck gesetzt worden, wie die „Süddeutsche Zeitung“ jetzt berichtete. Inzwischen haben sie Aldi Süd verlassen. Einen spektakulären Fall gab es im Jahr 2004 auch in München, wo ebenfalls durch massiven Druck der Vorgesetzten und Mobbing die Wahl eines Betriebsrates sabotiert wurde. Im Rhein-Main-Gebiet haben solche Aldi-Tricks offenbar eine lange Tradition. Schon einmal gab es einen Betriebsrat aus „linientreuen“ Filialleitern. Einer von ihnen hat viele Jahre geschwiegen, obwohl er die manipulierte Wahl bald bereute. In einem Dossier über seine Zeit bei Aldi nennt er es „überraschend und neu“, als plötzlich eine Betriebsratswahl stattfinden durfte. Der Hintergedanke aber sei gewesen, dass das Unternehmen die Wahl steuern müsste, „damit die Gewerkschaft, damals die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), heute ver.di, nicht ins Unternehmen kommen sollte“. Aktiv an der Vorbereitung beteiligt waren danach auch der Verkaufsleiter und der Geschäftsführer der Niederlassung. „Wir wurden darüber informiert, wer die geheime Wahl für den Betriebsratsvorsitz gewinnen würde und wer sein Stellvertreter sein würde“, heißt es in dem Dossier. Vorsitzender des Gremiums, das sich nach einem halben Jahr per Anweisung der Vorgesetzten wieder auflöste, wurde dann unser Zeuge. Er sagt:  „Die Praxis der Verhinderung der Mitbestimmung gibt es noch heute.
Aus dem Beitrag “Brutal und billig. Ein Blick hinter die Kulissen bei Aldi” von Andreas Hamann bei ver.di
11.08.2020
blickpunkt extra
03.09.2020
Pressemitteilung:
Ärger um Sperrung des Pfarrgäßchen Für Unmut und Ärger sorgt die Sperrung des Pfarrgäßchen in der Mörfelder Altstadt. Seit Monaten ist dieser beliebte Durchgang gesperrt. Seit dem tut sich nichts mehr. Die Anlieger und Bewohner fragen sich wie es hier weiter geht und wann diese Straße wieder zugänglich ist. Dazu hat jetzt die Stadtverordnetenfraktion der DKP/ LL eine Anfrage an den Magistrat gestellt:
Anfrage der DKP/LL-Fraktion
Sperrung des Pfarrgäßchens in Mörfelden
Seit Mitte April ist das Pfarrgäßchen in der Mörfelder Altstadt komplett gesperrt. Das sorgt zunehmend für Ärger und Unverständnis. Wie uns Anwohner berichteten, erfolgte die Maßnahme wegen angeblich gravierender baulicher Mängel an einem Gebäude. Auch wenn diese Sperrung nur wenige Anlieger betrifft: Das Pfarrgäßchen („Parregässje“) wird nicht nur von den Anwohnern genutzt, es ist vielmehr ein beliebter und oft genutzter Weg für die Menschen, die im Altstadtkern Mörfeldens leben und sich hier bewegen. Zudem ist dieses Sträßchen eine viel genutzte Möglichkeit, in eine sehr beliebte Mörfelder Gaststätte zu gelangen.
Wir fragen den Magistrat:
  • Was sind die Ursachen für diese Maßnahme?
  • Warum dauert die Sperrung so lange?
  • Wann ist mit der Aufhebung der Sperrung zu rechnen und wann ist die Straße wieder frei zugänglich?
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Treber
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
18.08.2020