...die kleine Zeitung mit der großen Wirkung!

Der „blickpunkt“ gehört zur Stadt. Auf unserer Webseite kann man alle Ausgaben seit 1969 lesen. Die Leserinnen und Leser bekommen dabei einen Einblick in die Stadtgeschichte. Es ist eine Geschichte von links, die auch für Neubürger interessant ist. Der „blickpunkt“ - die Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf - ist die außerparlamentarische Begleitung der DKP/LL Fraktion im Stadtparlament unserer Stadt. Seit fast 50 Jahren kommt der „blickpunkt“ in fast jedes Haus. Wir drucken regelmäßig acht Seiten und monatlich 14.500 Exemplare. Finanziert wird die Zeitung im Wesentlichen durch unsere Mandatsträger, die ihre Sitzungsgelder dafür zur Verfügung stellen. Wir erhalten aber auch sehr oft Spenden von interessierten Leserinnen und Lesern. Diese sind notwendig und immer willkommen.

19.11.2019
Im Streichorchester fehlt die erste Geige
Alle Dezernate der Stadtverwaltung waren aufgerufen, für den nächsten städtischen Haushalt Einsparungen vorzuschlagen, und sie haben eine mögliche Streichliste vorgelegt.
Das geht querbeet vom Entfall des Kindertheaters über die Zusammenlegung der Stadtbüros, den Entfall der Sportlerehrung, die Schließung der Musikschule, den Entfall der Seniorennachmittage bis zum Entfall der Weihnachtsbeleuchtung. Alles nur Vorschläge, natürlich, so beruhigt man uns. Beschlossen sei noch gar nichts. Aber in diesem munteren Streichorchester fehlt etwas: Nämlich die erste Geige. Das ist das Dezernat des Ersten Stadtrats Burkhard Ziegler. Die ihm unterstehenden Stadtwerke und die Kläranlage sucht man in diesem Streichkonzert vergebens. Dabei gäbe es wahrscheinlich gerade an der Kläranlage einiges zu sparen. Denn diese Stadt ist gerade dabei, eine überdimensionierte Luxuskläranlage zu planen und zu bauen. Sie hat auch beim bisherigen Management der Anlage sämtliche Augen zugedrückt und beim Versenken beträchtlicher Summen geschwiegen und abgewiegelt. Die jetzige Erweiterungsplanung steuert auf eine Hessenrekord-verdächtige Abwassergebühr von fünf Euro pro Kubikmeter zu. Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Nicht nur ein oder zwei anonyme "whistleblower" haben unangenehme Dinge öffentlich gemacht. Auch aus Wirtschaftsprüfer-Kreisen kommen bestätigende Hinweise. Und in den Kläranlagen benachbarter Städte und Gemeinden ist Mörfelden-Walldorf zum Gespött geworden. "Wie lange lasst Ihr Euch das noch bieten?" wird rundum von Fachleuten gefragt. Immerhin wurde ein Akteneinsichtsausschuss eingerichtet, der sich – behindert von widrigen Vorschriften und Verwaltungstricks – mühsam durch das Dickicht der Akten quält. Trotzdem hat er aber schon einige Unregelmäßigkeiten aufgestöbert. Und der Vorwurf der Vernichtung von Akten und Unterlagen steht im Raum – bislang juristisch unbewiesen, aber von Insidern immer wieder glaubhaft vorgebracht. Jetzt, in Zeiten durch staatliche Eingriffe verknappter Kommunalkassen, wäre es an der Zeit, die gesamte Planung auf den Prüfstand zu stellen. Dort gibt es sicher Einsparpotentiale, die ein Vielfaches dessen ausmachen, was der "Entfall" von Ferienspielen und Weihnachtkonzerten oder eine künstlich verzögerte Schwimmbadöffnung jemals einsparen können. Aber von Einsparungen ist hier keine Rede. Ja, es wird sogar noch eine Straßenverbreiterung geplant (Schwimmbadstraße / Abzweig Alter Gerauer Weg), für die zahlreiche Bäume gefällt werden müssen. Alles für die Erleichterung des Baustellenverkehrs zur künftigen Luxusanlage. Wenn in der nächsten Stadtverordnetenversammlung der Haushalt 2020/21 besprochen wird, dann muss vor allem diese Kläranlage zur Debatte stehen. Denn ein Streichorchester ohne die erste Geige ist ein verdächtiger Missklang.
19.11.2019
Wie man ein Schwimmbad "kalt" schließt
Der Vorschlag, das Schwimmbad für zwei Saisons (2020 / 2021) zu schließen, um das Defizit einzusparen, wurde vom Magistrat abgelehnt
Das war nicht nach dem Geschmack des Ersten Stadtrates Burkhard Ziegler.
Aber nachdem er eingesehen hatte, dass er so nicht an seine ersehnte Schließung kommt, hat er sich auf einen Sabotageakt verlegt (anders kann man es beim besten Willen nicht nennen).
Im Schwimmbad muß nämlich unbedingt die Heizanlage (Kessel) erneuert werden. Das Ding ist 30 Jahre alt und durch und durch marode. Diese "Sanierung der Wärmeerzeugung für die Beckenbeheizung und Effizienzsteigerung durch Beckenabdeckung und übergeordnete
Prozesssteuerung" würde die Stadt - abzüglich Landeszuschüsse - ca. € 130,000 kosten, die auch im Haushalt vorgesehen sind. Aber nur wenn man die notwendige Ausschreibung JETZT macht, kann die Anlage rechtzeitig zur Eröffnung der Badesaison 2020 fertig sein.
Ziegler lehnt nun den Vorschlag ab, diese Sanierung sofort anzustoßen. Begründung: Er will mit dem Beschluss warten, bis das Landes-Geld nicht nur zugesagt, sondern tatsächlich überwiesen ist. Damit würde die Sanierung erst in den nächsten Haushalt 2020/2012 eingestellt werden können.
Bürgermeister Thomas Winkler hat dann in der Stadtverordnetenversammlung den offiziellen Antrag gestellt, die Ausschreibung trotzdem schon im Dezember zu starten. Das wurde mit der komfortablen Mehrheit der Koalition aus SPD, FW und FDP abgeschmettert. Damit kann die Ausschreibung frühestens im Januar gestartet werden. Bis zur Auftragsvergabe und der Aufnahme der Bauarbeiten vergeht dann so viel Zeit, dass die Anlage erst viele Wochen nach Eröffnung der Badesaison fertig gestellt sein kann.
Das heißt, dass das Schwimmbad auch dann, wenn seine Einspar-Schließung nicht beschlossen wurde, zumindest einen Teil des Sommers 2020 zu bleiben muß. Zumindest aber wird das Wasser so kalt sein, dass viele ältere Menschen mit Gelenkproblemen auf das Schwimmen verzichten müssen.
Damit hat Burkhard Ziegler die Schließung des Schwimmbades für eine Saison buchstäblich auf "kaltem Wege" erreicht. SPD, FW und FDP behaupten natürlich, das sei nicht so.
Die Anlage würde auch so bestimmt bis zum Saisonbeginn fertig, bestenfalls "einige Wochen" später.
Aber Fachleute wissen, dass das nicht funktioniert. Ganz klar stand hier das Motiv im Vordergrund, dem ungeliebten grünen Bürgermeister "eins reinzuwürgen" – auf Kosten der Einwohner, die wahrscheinlich einen großen Teil der Badesaison 2020 auf ihr Schwimmbad verzichten müssen.
05.11.2019
Gedenkorte und verpasste Chancen
Das alte Waldenserhäuschen in der Walldorfer Langstraße, Heimat der jüdischen Familie Reiß bis zu ihrer Deportation und Ermordung, ist kein vorzeigbares Reiß-Haus geworden. Es ist ein verfallenes Abreiß-Haus, vor dessen Schutz und Pflege die Stadtverwaltung Reißaus nahm. Eine private Initiative bemüht sich jetzt darum, zu retten, was zu retten ist. Es ist nicht die einzige von der Stadt verpasste Chance.

Anläßlich des 50. Geburtstages des "blickpunkt", Stadtzeitung der DKP, veranstaltet die Fraktion der DKP/LL einen Rundgang zu Orten in der Stadt, die Gedenkstätten sind (oder es sein sollten).

Samstag, den 9. November 2019, 14:00 Uhr
Treffpunkt ist die Ecke Farmstraße / Nordendstraße.
Von dort aus geht es zu den Stationen
  • KZ-Gedenkstein (14:10 Uhr)
  • Hühnerfarm (14:30 Uhr)
  • Denkmal für die politisch Verfolgten der Nazizeit, in der Langstraße gegenüber dem Hotel zum Löwen (15:15 Uhr)
  • Volkshausdenkmal Mörfelden (16:00 Uhr)
  • Gedenktafel an der evangelischen Kirche in der Langgasse (16:30 Uhr)
Danach rufen die Veranstalter alle Interessierten zur Teilnahme an der Kundgebung zum Gedenken an die Pogromnacht von 1938 auf (Gedenkstein der Mörfelder Synagoge, Langgasse Ecke Kalbsgasse, 18:00 Uhr).
27.10.2019