Randzeiten (2)

Wir schaffen die „Randzeiten“ ab, weil: Es haben zwar viele Eltern die Randzeiten gebucht – aber tatsächlich gekommen sind nur wenige Kinder.

So 1. Stadtrat Ziegler in einer Ausschusssitzung.

Man könnte jetzt ja über die Doppelbedeutung des Wortes „Ausschuss“ sinnieren – heißt die Ausschusssitzung so, weil da viel Ausschuss produziert wird?

Aber lassen wir das – bleiben wir ernst, und gehen wir logisch vor.

Warum bucht (und bezahlt!) man ein „Randzeitenmodul“?  Weil jederzeit die Möglichkeit besteht, dass man früher zur Arbeit muß, oder später heimkommt. Wer die moderne Arbeitswelt und den ÖPNV kennt, weiß das. Aber das ist eben nicht immer der Fall, meistens klappt’s ja mit den normalen Zeiten, und alles ist gut.

Wer deshalb die Randzeitmodule abschaffen will, der müsste nach der gleichen Logik alle Feuerlöscher abmontieren, weil es seit 30 Jahren nicht mehr gebrannt hat, oder alle Defibrillatoren abmontieren, weil seit Jahren keiner mit einem Infarkt zusammengebrochen ist. Oder an seinem Auto die Airbags abmontieren, weil er seit Jahren keinen Unfall hatte. Oder, oder, oder.

Man sieht: Man hat’s in der Verwaltungsspitze nicht so mit der Logik

Also bleibt’s bei der Aufforderung:  Haltet einfach den Rand. Will heißen: Behaltet die Randzeitmodule bei.

Natürlich mittendrin

Bald in "bester" Gesellschaft? Die Bertha von Suttner Gesamtschule sowie die umliegenden Streuobstwiesen. Nicht im Bild? Die Grünabfallsammelstelle aka bald die neue Müllhalde der Stadt

Dieses Motto steht nicht nur unter dem neublauen Turm-Kirche-Bäumchen-Logo der Stadt. Es scheint sich auch zum politischen Grundsatz zu entwickeln. Eine der vielfältigen und netten Eigenschaften von Mörfelden-Walldorf ist es ja, dass man es nie sehr weit hat. Jeder Stadtteil hat sein Rathaus, seine Feuerwehr, seine Sporthallen und -plätze, sein Schwimmbad und so weiter.

Die Rathauskoalition, die diese Stadt zunehmend wie einen profitablen Industriebetrieb führen möchte, will sich aber von diesem Prinzip abwenden. Man hat offensichtlich die hochtrabenden „Waldfelden“-Pläne aus der Fusionszeit von 1974 wieder entdeckt. Man möchte mit aller Gewalt die „Grüne Mitte“ zwischen den Stadtteilen zubetonieren und alles mögliche dorthin schaffen. Zuerst hat man es mit der Feuerwehr versucht. Das wäre ein guter „Türöffner“ für weitere Bebauung gewesen. Stand ja auch so im Programm der Freien Wähler. Die Spekulation hatte auch schon hoffnungsfroh angefangen.

Nur hat das leider nicht funktioniert.

Aber die Stadtoberen sagten sich wohl: „Gleich ist der Mann, das Aufschieben hat der Teufel erfunden“. Und starteten gleich einen neuen Versuch, irgendeinen Startschuß für das Zubauen der Grünen Mitte zu geben. Jetzt soll der Wertstoffhof bei der Frassur in Walldorf geschlossen werden. Ab in die Mitte mit ihm! In der Nähe der Bertha von Suttner-Schule soll er hin, zusammen mit der dort in der Nähe schon bestehenden Grünsammelstelle.

Man schrieb zwar in der Beschlußvorlage: „Der Standort liegt weit entfernt von jeglicher Wohnbebauung, daher gibt es keine Lärm-, Geruchs- oder Verkehrsbelastung von Anwohnern“. Die nahe Schule scheint wohl nicht unter „Anwohner“ zu fallen. Und was spätere Wohnbebauung betrifft, gibt es dann sicher auch eine probate Ausrede. So ähnlich wie beim Terminal 3 („Mit mir wird es kein Terminal 3 geben!“ – Wirtschaftsminister Al-Wazir. Ha, ha.)

Man sollte ihnen so weit trauen wie man einen Elefanten werfen kann (afrikanisches Sprichwort).

Anwälte im Einsatz – 2 neue Folgen (aber nicht bei SAT1)

Im Fernsehen, wenn’s für den Tatort-Verdächtigen eng zu werden droht, ruft er nach dem Anwalt. Das Recht dazu hat er, ohne Frage.
Warum sich aber die Stadtverwaltung in letzter Zeit genötigt fühlt, jeden (Verzeihung) Furz, den sie zu lassen gedenkt, vorher von einem Anwaltsbüro absegnen zu lassen, das ist schon merkwürdig.  Fühlt sie sich als überführter Angeklagter? Der Stadtverordnetenversammlung liegen zwei Anträge von Oppositionsfraktionen vor, und zwei von der Rathauskoalition. Und zu jedem gibt es ein Rechtsgutachten eines Anwaltsbüros, das dergleichen ja bestimmt nicht für lau macht.

Tut das not?

Zum Beispiel das Thema „Akteneinsichtsausschuss Kläranlage“. Hier versucht die Rathauskoalition, die Einrichtung dieses Ausschusses zu behindern und seine Aufgabe zu verwässern. Dazu hat sie einen Gegenantrag gestellt: Sie will den Planungs-, Bau- und Umweltausschuss zum Akteneinsichtsausschuss ernannt haben. Dort befände sich die Federführung bei dem wackeren und bewährten Koalitions-Kämpen Werner Schmidt (SPD). Und nicht bei einem Oppositionspolitiker, wie bei dem von DKP/LL und CDU geforderten Haupt- und Finanzausschuss. Dem sitzt Kirsten Schork (CDU) vor. Überdies soll der Umfang der einzusehenden Unterlagen stark einschränkt werden. Das Gutachten der Kanzlei Schlempp ist 5 Seiten lang und kommt zu dem „überraschenden“ Schluß, dass die Rathauskoalition recht und die Opposition unrecht hat.


Also genau die „Tricks und juristischen Spielchen“, vor denen wir gewarnt hatten. 

Noch schöner ist das Thema „Förderrichtlinien Ärzte“. Die Sache ist an sich ganz einfach: Der Stadt soll die Möglichkeit geboten werden, Ärzte mit bis zu € 20,000 zu fördern, wenn sie sich in Mörfelden-Walldorf niederlassen. Ein gutes Instrument, um den lokalen Ärztemangel zu bekämpfen. Der kleine Haken: In den Reihen der Stadtverordneten der Freien Wähler befindet sich ein Arzt. Der betreibt eine Gemeinschaftspraxis mit angestellten Ärzten. Da seine Praxis also selbst in den Genuß dieses Zuschusses kommen könnte, darf er nach §25 der Hessischen Gemeindeordnung nicht an der Abstimmung teilnehmen. Er gilt als „befangen“.

Was nun?  Der Anwalt hilft!

Es gibt ein Rechtsgutachten der Kanzlei Schlempp, das 10 (in Worten: zehn) Seiten lang ist. Es läßt erahnen, warum der Volksmund die Juristen „Rechtsverdreher“ nennt. Darin kommt der Anwalt zu dem Schluß – man ahnt es schon – dass der FW-Abgeordnete keinesfalls „befangen“ ist und mit abstimmen darf. Zum Schluß dieser juristischen Satire regt sich allerdings doch noch das Gewissen des Anwaltes:  „Im Übrigen ist es richtig, dass das Problem pragmatisch allein dadurch ausgeräumt werden könnte, dass sich der betreffende Stadtverordnete nicht weiter an der Beratung und Entscheidung der Angelegenheit beteiligt“. Also genau das, was der § 25 der HGO sagt, dessen klare Aussage doch gerade mit dem langatmigen Gutachten in sein Gegenteil verkehrt worden ist.

Was soll man dazu noch sagen? 

Na ja es ist ja bald Fastnacht. Duffdäää! Drauße steht en Anwalt – wolle mer’n eroilosse?

Eltern stehen wegen gekürzter Randzeiten vor verschlossenen Türen

Die „Mitte“ ist ja so ein Modewort im neumodernen Polit-Sprech. Der deutsche Politiker strebt zur Mitte. Der Geschäftsmann strebt zum „Kerngeschäft“. Mit den Rändern haben sie’s beide nicht so, mit dem linken am allerwenigsten.
Auch die Stadt ist ja Motto-mäßig nicht mehr „vielfältig“, sondern nur noch „mittendrin“. Nun sind also die „Randzeiten“ auf die Abschussliste gekommen. Wir reden von Kinderbetreuung.

Wir erinnern uns: Früher gab’s mal einigermaßen bezahlbare und einigermaßen übersichtliche Kindergartengebühren. Aber seit die Kindergärten „KiTas“ heißen, hat die moderne Zeit Einzug gehalten. Heute gibt es „Module“, die man „bedarfsgerecht“ buchen muß. Die sind ähnlich kompliziert wie eine Vergleichstabelle von Tarifen für die Autoversicherung.

Und wenn’s dann mal mit dem Personal nicht reicht, weil man zwar um Neubürger wirbt, aber nicht daran gedacht hat, dass die womöglich Kinder haben, dann fliegen als erstes die „Randzeiten-Module“ aus dem „Betreuungsangebot“. Das liest sich im Polit-Sprech so:

„Die Kernzeiten werden durch die Verkürzung der Randzeiten mit Personal verstärkt. Wir möchten mit dieser zeitlichen Verschiebung und der Konzentration auf die Kernzeiten die Qualität der Betreuung Ihrer Kinder erhöhen. Denn es stehen nun mehr Erziehrinnen und Erzieher in dieser Zeit zur Verfügung. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel können wir so Ausfallzeiten entgegenwirken. Wichtig: Randzeiten-Module können ab 2019 nicht mehr gebucht werden.“

Auf deutsch heißt das: Wenn Sie zu den Menschen gehören, die das tägliche Abenteuer bestehen müssen, mit dem ÖPNV, d.h. mit der Deutschen Bahn AG und windigen Billigbus-Anbietern pünktlich zur Arbeit zu kommen und Abends pünktlich wieder an ihrer Kita zu sein – dann haben Sie jetzt das, was mit „A“ anfängt und mit „karte“ aufhört. Dann gilt für Sie, was auf der städtischen Homepage unter dem Stichwort „Perspektiven“ zu lesen ist:

„Stellt sich heraus, dass das Betreuungsangebot in den Randzeiten auch nach dem 31. Juli 2019 dringend benötigt wird, behält sich die Stadt vor, in jedem Stadtteil eine Kindertagesstätte mit Randzeiten anzubieten. In diesen Einrichtungen können nur Kinder aufgenommen werden, die bereits 2018 ein Randzeitenmodul gebucht hatten. Wichtig ist hier, dass ein Arbeitsgebernachweis vorgelegt wird. Muss ihr Kind in der Zeit von 7:00 Uhr – 7:30 Uhr bzw. 16:30 – 17:00 Uhr betreut werden, ist ein Wechsel in diese „Randzeiten-KiTa“ nötig“.

„Arbeitsgebernachweis“, „Randzeitenmodul“, „Randzeiten-KiTa“. Im Wörter-Erfinden sind sie große Klasse. Was soll man dazu sagen?

Die Stadt sollte einfach den Rand halten.

Und die Randzeitenmodule soll sie beibehalten..

Kläranlage: Das Imperium schlägt zurück

Das könnte man in Anlehnung an die zweite Episode der berühmten Star Wars Filme sagen. Die Stadtspitze ist nervös und macht zweierlei: Sie versucht, den „Whistleblower“ zu kriminalisieren, und nebenbei auch der Opposition einen Bonbon ins Hemd zu kleben. Und sie versucht, die Vorwürfe mit einer 50-seitigen Stellungnahme des 1. Stadtrates wegzuerklären. Wie man die völlig aus dem Ruder laufende Kostenexplosion stoppen will, steht da aber nicht drin.

Der DKP/LL wurde vorgeworfen, das Thema für ihren Bürgermeisterwahlkampfauszuschlachten. Das ist unlauter. Der Vorgang ist viel zu ernst, um ihn als „Wahlkampfthema“ zu verharmlosen. Diese Sache wird die Einwohner von Mörfelden-Walldorf auch dann noch beschäftigen, wenn die Bürgermeisterwahl schon lange vorbei ist. Denn mittlerweile ist ein zweiter Brief des „besorgten Bürgers“ eingetroffen, der noch mehr Daten, Zahlen und Belege nennt.
Dass der Whistleblower seine Trillerpfeife ausgerechnet zu Wahlkampfzeiten bläst, spricht einzig für dessen Intelligenz. Die DKP/LL erfüllt nur ihre Pflicht als linke Oppositionspartei innerhalb und außerhalb der Stadtverordneten-versammlung. Deswegen wurden wir als „Brandbeschleuniger“ beschimpft. Das ist unfaßbar. Der Brand wurde von der Stadtspitze entfacht und besteht in untragbaren Gebührenerhöhungen für die Einwohner als Folge einer versäumten Kontrolle über die Entwicklungen um die Kläranlage. Die DKP/LL versucht, diesen Brand zu löschen, der viel Geld zu verbrennen droht. Das kann noch verhindert werden, wenn möglichst schnell ein Akteneinsichtsausschuss eingerichtet wird. Der muß Zugang zu allen, aber auch allen Akten haben – ohne Tricks und juristische Spielchen. Um hier weiter zu kommen, brauchen wir Fakten.
Wir brauchen keine Hexenjagd auf den Whistleblower, und keine Beschimpfung des politischen Gegners, nur weil wir zufällig im Wahlkampf sind.

Humor, unfreiwilliger (1.)


Unfreiwilliger Humor, gelegentlich auch Realsatire genannt, ist zum festen Bestandteil des Rathauses in Mörfelden geworden. In der Personalabteilung hängt gleich beim Eingang dieses schöne Plakat (Stand: 24. Januar 2019). Dem „Bachelor in Public Administration“ (ohne Blödenglisch geht heut‘ gar nix mehr. Wer wirklich Englisch kann, weiß daß es richtig „Bachelor of Public Administration heißt), dem Bätscheler of Pabblick Ädministräjschn also wird nahegelegt, quer zur üblichen Mathematik zu denken und auf fünf zu kommen, wenn er zwei und zwei zusammenzählt. Diese Rechenweise scheint im Hause tatsächlich gang und gäbe zu sein, verfolgt man die diversen Kostenschätzungen zur Erneuerung der Kläranlage. Nur können die Einwohner der Stadt, deren Geld hier verbrannt wird, nicht so richtig drüber lachen. Deshalb soll der augenzwinkernde Bätscheler sie wohl ein bißchen aufheitern. Ob’s hülft?

Der schönste Humor ist halt immer noch der unfreiwillige. Mit dem versorgt uns das Rathaus reichlich(2.)

Auf der Homepage der Stadt beispielsweise finden wir dieses wunderschöne Foto (Ausschnitt), auf dem ein Projekt zur Wohnungssuche vorgestellt wird. Irgendjemand hatte die zündende Idee, das Projekt „Vitamin B“ zu nennen. Das allwissende Internet erklärt uns zu diesem Begriff folgendes: „B wie Beziehung. Umgangssprachliche Floskel für eine ungerechtfertigte Bevorzugung einer Person durch Beziehungen. Beispiel: Wie bist du an diesen Job gekommen?  Mit Vitamin B!“ Dazu sehen wir im oberen Teil des Bildes Stadtrat Seinsche und 1. Stadtrat Ziegler, ein Bild und ein Schild. Im kompletten Original-Bild sieht man vor den beiden, in niedrigerer Position, noch den amtierenden Bürgermeister nebst einem weiteren Herrn. Die haben wir mal weggeschnitten, um den Blick auf das Wesentliche zu erleichtern, das die US-amerikanische Schriftstellerin Edith Wharton einmal so formuliert hat: „Die wahre Vermählung aufrichtiger Seelen besteht zwischen zwei Menschen, die einen genau gleich gestimmten Sinn für Humor oder Ironie haben, so daß ihre gemeinsamen Blicke auf irgendein beliebiges Thema sich bündeln, wie die aufeinandertreffenden Strahlen von Suchscheinwerfern“. Warum fällt einem diese gottvolle Satire nicht selber ein? Ein Vermögen könnte man verdienen. Aber ach – der unfreiwillige Humor bricht völlig unerwartet aus dem prallen Leben selbst hervor und stiehlt einem so eine wundervolle Pointe. Trotzdem: Lange nicht mehr so gelacht.

Bildnachweis:  https://www.moerfelden-walldorf.de/de/aktuelles/presse/2019/januar/wohnungen-gesucht/

Selbstvorstellung

Die FAZ würde mich sicher niemals bitten, ihren berühmten Fragebogen auszufüllen. Aber wenn sie es täte, würde er so aussehen:

BürgermeisterkandidatAlfred J. Arndt
(DKP/LL)
Wo möchten Sie leben?In einem friedlichen Land
Ihr Hauptcharakterzug? Da müssen Sie meine Freunde fragen
Ihr Lieblingskomponist? Ludwig van Beethoven
Ihr Lieblingslyriker? Heinrich Heine
Ihr Lieblingsschriftsteller? Kurt Tucholsky
Ihr Lieblingstier?Wolf
Ihr Motto? Geschichte wird gemacht – es geht voran
Ihr Traum vom Glück? Mit Freunden auf einer italienischen Restaurantterrasse sitzen, viel Zeit zu haben, und zu wissen dass das Geld reicht
Ihr wichtigster Lehrmeister? Wladimir Iljitsch Lenin
Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? positiv angriffslustig
Ihre größte Schwäche? Verfressenheit
Ihre Helden in der Wirklichkeit? Rainer Rupp, Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow und alle anderen unbekannten Kriegsverhinderer
Ihre LieblingsbeschäftigungLesen
Ihre Lieblingsblume? Löwenzahn
Ihre Lieblingsfarbe? rot
Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte? Nelson Rolihlahla Mandela
Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit? Rosa Luxemburg, Tamara Bunke, die "Madres de Plaza de Mayo" und meine Frau, weil sie es schafft, mich zu ertragen
Ihre Lieblingstugend? Aufmerksamkeit
Ihre liebsten Romanhelden? der brave Soldat Švejk, Onkel Carlo aus dem "Foucaultschen Pendel"
Mit wem möchten Sie an der Hotelbar ein Bier trinken? Donald Trump
Und worüber reden? über Abraham Lincoln, die Gettysburg Address, und den 1. Verfassungszusatz der USA
Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück? die Abwesenheit von Stress
Was möchten Sie sein? ich selbst
Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten? Ehrlichkeit
Was verabscheuen Sie am meisten? Selbstverschuldete Ignoranz
Was wäre für Sie das größte Unglück? Die Ignorierung der Erderwärmung durch die endgültige Weltherrschaft des Großkapitals
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten? Intelligenz
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten? Intelligenz
Welche Erfindung bewundern Sie am meisten? den Korkenzieher
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten? Die ersten. Ich nehme nur wiederholte Fehler übel
Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten? Adolf Hitler (außer Konkurrenz), Kaiser Wilhem II, Roman von Ungern-Sternberg, Gustav Noske
Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?Die Konvention von Tauroggen 1812, den Sieg der Indianer unter Sitting Bull über die US-Kavallerie von General Custer am Little Bighorn 1876, die Befreiung von Paris durch die FFI 1944, die Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald 1945
die kampflose Übergabe der Stadt Augsburg an die US-Armee durch deutsche Widerständler 1945
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?innere Ruhe
Welche Reform bewundern Sie am meisten?Die Republikgründung von Kemal Atatürk (mit Ausnahme des Nationalismus) 1923, den "New Deal" von Franklin D. Roosevelt 1933
Wer oder was hätten Sie sein mögen? Gute Frage – nächste Frage
Wie möchten Sie sterben? eigentlich gar nicht… 😉

Millionengrab Kläranlage?

Kläranlage Mörfelden. Entwickelt sich hier ein lokales Watergate, oder besser „Shitgate“?

War da ein Whistleblower am Werk? 


Dieser Tage erhielt eine Reihe von Kommunalpolitikern den anonymen Brief eines „besorgten Bürgers“ zum Umbau und zum gegenwärtigen Management der Kläranlage. Zu den Empfängern gehören auch die Bürgermeisterkandidaten.
In dem Brief werden schwere Vorwürfe gegen die Stadt und einzelne Verantwortliche erhoben.
Üblicherweise schmeißt man anonyme Briefe in die blaue Tonne.
Diesen jedoch sollte man ernst nehmen, zumal Hinweise aus anderen Quellen viele der Vorwürfe zu bestätigen scheinen. Hier ist offenbar ein „Whistleblower“ am Werk, der weiß, von was er redet.
In dem 4-seitigen Brief heißt es unter anderem: * 
„Die Kosten der Sanierung sollten 2008 noch zirka 10 Millionen Euro, später dann 20 Millionen Euro betragen. Im Juli 2016 hat das Stadtparlament die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage für zirka 26 Millionen Euro beschlossen. Schnell stellte man dann jedoch fest: auch die 26 Millionen reichen nicht. Man fand auch rasch einen Schuldigen dafür: Das beauftragte Planungsbüro, das die benötigten Kapazitäten falsch berechnet hatte. Doch woher soll das Planungsbüro wissen, dass mittlerweile mehr Wasser in der Klaranlage ankommt als ursprünglich gedacht? Von wem bekommt das Planungsbüro die Daten und Fakten für seine Berechnungen? Doch wohl von den Stadtwerken und der Kläranlage! Hier werden Bücher über alle wichtigen Daten, wie über Zu- und Ablauf usw. geführt. Auch das Stadtparlament wurde anscheinend mit falschen Zahlen getäuscht, ist man doch inzwischen bei zirka 38 Millionen Euro Kosten angekommen. Doch diese 38 Millionen sind meines Erachtens noch nicht das Ende der Fahnenstange.“

„Zum ganzen Chaos mit der Abwahl des Ersten Stadtrates kam noch erschwerend hinzu, dass Akten mit Berechnungen und Plänen plötzlich verschwunden waren, später aber im Keller der Stadtwerke wieder gefunden wurden. Das war von bestimmten Personen doch so gewollt! Jetzt sollen die Bürger mit einer gestaffelten enormen Kostensteigerung bis 2026 den Umbau bezahlen. Aber nach 20 Jahren wird man diesen Neubau wieder sanieren müssen. Die alten Schulden sind dann noch nicht beglichen, und neue Schulden werden gemacht.“

„Hat sich der Magistrat eigentlich schon einmal gefragt, warum es auf der Kläranlage ein so reges Kommen und Gehen von Facharbeitern gibt? Facharbeiter für Kläranlagen werden in ganz Deutschland händeringend gesucht. Doch in Mörfelden haben die besten Mitarbeiter gekündigt – nicht etwa, weil sie woanders mehr Geld verdienen. Sie waren ganz einfach demotiviert.“
Die übrigen Darlegungen des Verfassers sind genau und detailliert und verraten umfangreiche Insiderkenntnisse. Man muß sie eingehend prüfen. Wenn sie auch nur zum Teil stimmen, deuten sie auf einen Abgrund von Schlamperei (oder womöglich auf Schlimmeres) hin, der die Einwohner von Mörfelden-Walldorf einen zweistelligen Millionenbetrag kosten kann. Drastische Gebührenerhöhungen für die kommenden Jahre sind ja schon beschlossen worden.

Die DKP/LL wird daher umgehend die Einrichtung eines Akteneinsichtsausschusses nach §50 Absatz 2 der Hessischen Gemeindeordnung beantragen und verlangt die Einberufung des Ältestenrates zu diesem Thema. Weiterhin behält sie sich vor, eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung zu beantragen.

* Hier können aus juristischen Gründen nur die Passagen des Briefes zitiert werden, in denen keine Namen genannt werden. 


#MörfeldenWalldorf #Bürgermeisterwahl
 #BGM2019  #Shitgate #AJAfürMöwa#DKP #LinkeListe

Wenn die bunten Fahnen wehen

Farbspiele

„Das neue Rot ist blau!“ Mit diesem Spruch versucht die AfD Front gegen die Gewerkschaften zu machen. Aber auch bei den neoliberalen Herren der Stadtverwaltung scheint die neue rechte Farbe gut angekommen zu sein.

In einer beispiellosen Nacht- und Nebel-Aktion, ohne Beschluß von Magistrat oder Stadtverordnetenersammlung, hatten sie das neue blaue „Stadtlogo“ durchgesetzt. Die böse rote Farbe wurde aus allem städtischen verbannt.

In einem einzigartigen Durchmarsch wurde alles mögliche mit dem blauen Turm-Kirche-Bäumchen-Symbol verziert. Nicht nur Briefbögen und Visitenkarten, Briefstempel, Geschenkmäppchen und Kulis, auch Auto- und Rathaustüren. Sogar auf den Displays der Telefone der Verwaltung wurde das neue Logo eingerichtet.

Nun flattern auch an den Fahnenmasten der Rathäuser blaue Fahnen mit dem Symbol der neuen Zeit, das eine mit den Freien Wählern befreundete Werbeagentur ausgebrütet hat – angeblich für lau.

Die Umfärbung aller erreichbaren Gegenstände dürfte aber einiges an Steuergeld gekostet haben.

Diese Farbenspiele sollte man nicht als Kinkerlitzchen abtun. Dahinter steckt mehr.

In der Weimarer Republik tobte einst ein erbarmungsloser Fahnenkrieg. Viele Stadtverwaltungen, die dem entlaufenen Kaiser nachtrauerten und die Republik verachteten, weigerten sich damals, die schwarz-rot-goldene Flagge zu hissen. Sie zogen das preußische schwarz-weiß-rot vor. Alte Bilder aus dieser Zeit zeigen, dass Mörfelden und Walldorf in der Beflaggung treu zur Republik standen. Sie sollten sich auch heute darauf besinnen, dass die Stadtfarbe immer Rot war, und nicht blau.